Track 3 · Zwischen Feuer und Freiheit

Aufgegeben

Was mach ich bloß hier, sitz da und stier' auf ein weißes Blatt Papier. Ich such nach Worten, doch was soll ich sagen, wenn du längst entschieden hast, mich nicht mehr zu fragen?

Und was soll ich auch sagen, was du nicht schon weißt? Was soll ich noch halten, wenn du nicht mehr weiter willst?

Hab dich aufgegeben. Es fällt mir unsagbar schwer. Doch wenn nur einer kämpft, gibt es irgendwann kein Wir mehr. Hab dich aufgegeben. Nicht weil ich dich vergaß. Sondern weil ich müde wurde, immer allein zu tragen, was einmal unser war.

Ich war nie gut darin, Menschen einfach zu vergessen. Hab immer Erinnerungen aufgehoben, statt sie wegzuschmeißen. Hab meine Wahrnehmung verschoben, wenn die Wirklichkeit nicht passte. Hab aus gestern etwas gemacht, an dem ich länger festhielt. Während andere weitergingen, blieb ich manchmal stehen. Hab mich noch umgedreht, obwohl sie mich längst nicht mehr sehen.

Hab dich aufgegeben. Nicht weil ich dich vergaß. Sondern weil ich nicht alleine für uns beide kämpfen kann. Hab dich aufgegeben. Nicht aus Kälte, nicht aus Trotz. Ich hab zu lange festgehalten, jetzt lass ich einfach los.

Ich konnte Menschen nie vergessen, hab ihre Spuren tief in mir besessen. Vielleicht ist das meine Stärke, vielleicht auch meine größte Schwäche. Doch wer nur zurückblickt, bleibt stehen, kann die neuen Wege nicht sehen. Was vorbei ist, darf vorbei sein, ich geh weiter – und diesmal für mich allein.

Ich hab dich aufgegeben. Und diesmal bleib ich nicht steh'n. Was immer hinter mir liegt, ich werde weitergeh'n. Ich hab dich aufgegeben. Nicht weil ich dich nicht mehr seh. Sondern weil ich endlich weiß, dass auch ich vorwärtsgeh. Diesmal geh ich meinen Weg.

Video · Aufgegeben

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